Rezension: „Hirngespenster“

„Hirngespenster“
Ivonne Keller
Kindle Edition [klick], ASIN: B00A4VEC9U, € 4,99
derzeit nur als eBook erhältlich
367 Seiten
Verlag: Knaur eBook

Liebe Ivonne, ich danke dir, dass ich dein Debüt lesen durfte!

Die Autorin:
Ivonne Keller lebte früher in einer Studenten-WG und hat einiges mitgemacht. Ihre Erlebnisse hat sie in Tagebüchern festgehalten, über die sie heute noch in Gelächter ausbricht. Nachdem sie eine Banklehre absolvierte, ging sie ins Ausland und arbeitete anschließend als Barfrau und Chefsekretärin. Heute ist sie Personalerin bei einer Frankfurter Unternehmensberatung. Die Liebe zur Sprache hat sie zum Schreiben geführt. Zahlreiche ihrer Kurzgeschichten wurden in Anthologien und Magazinen veröffentlicht; für drei ihrer Beiträge hat sie Preise gewonnen – zuletzt vom Buchjournal auf der Frankfurter Buchmesse 2012. Zurzeit arbeitet sie an ihrem dritten Frauenroman. Sie lebt mit ihrem Mann, drei Söhnen und einer bunten Katze in der Nähe von Frankfurt am Main. Mehr über die Autorin erfahren Sie auf ivonne-keller.de oder vernetzen Sie sich via Facebook unter facebook.com/ivonne.keller (Quelle: Amazon.de)

Inhalt:
Anna, Silvie und Sabina – drei völlig unterschiedliche Frauen. Drei völlig unterschiedliche Schicksale und trotzdem hängen sie alle untrennbar miteinander zusammen.
Silvie, steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Sie hat zwei kleine Kinder und um ihre Ehe steht es nicht zum Besten. Sie überlegt sich von ihrem Mann zu trennen und zu ihrem Geliebten zu ziehen. Doch der Zeitpunkt ist ungünstig, ihre Schwester braucht Hilfe.
Anna, Silvies Schwester, hatte als Kind Leukämie. Die Angst vor einem Rückfall und der Streß mit ihrem Mann und ihren drei Kindern hat sie mit Tabletten bekämpft. Nun ist sie tablettensüchtig und kurz davor den Verstand zu verlieren.
Sabina kann ihre Jugendliebe, Johannes, nicht vergessen. Sie ist extra in seine Nähe gezogen, doch es ist zu spät. Er ist bereits mit Silvie verheiratet.

Meine Meinung:
Hirngespenster ist anders. Anders als ich es vermutet hätte und es beginnt schon anders. Es beginnt mit dem Ende. Das Buch wird von ständig wechselnden Perspektiven erzählt. Es gibt eine Gegenwart, und die Vergangenheit. Und es gibt ganze viele Gedanken, die immer in der Gegenwart gedacht werden. In der Vergangenheit wechseln die Erzählungen zwischen Silvie, Anna und Sabina. Die Erzählstränge sind nicht immer chronologisch und zwischendurch liest man auch immer wieder von der Gegenwart, stellenweise nur zwei bis drei Sätze. Das fand ich hin und wieder recht anstrengend. Trotzdem ist der Schreibstil gut. So gut, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte, weil ich immer wissen wollte, wieso und warum es denn nun alles so gekommen ist und was genau passiert ist. Ivonne Keller schildert das Leben dieser drei jungen Frauen. Die eine mit dem Leben völlig überfordert, die andere berufstätig, verheiratet, zwei kleine Kinder und in der Ehe nicht wirklich zufrieden und die dritte, die ihre erste große Liebe einfach nicht vergessen kann. Da liest man sich durch ein auf und ab an Emotionen. Trotzdem ist mir keine der drei Frauen wirklich direkt ins Herz gegangen. Ich hätte am liebsten alle drei ab und zu geschüttelt. Aber auch die drei Männer der Frauen sind nicht ohne. Johannes gibt sich alle Mühe alles richtig zu machen. Trotzdem möchte ich ihm manchmal zurufen „Sei endlich mal ein Kerl und steh‘ zu dir und deinen Wünschen.“ Matthias erscheint auf den ersten Blick als totaler Unsympath, auf den zweiten oder vielleicht auch auf den dritten Blick muss man darüber zumindest noch mal nachdenken. Am besten von allen hat mir noch Jens gefallen. Obwohl er in meiner Achtung wieder sank, als ich erfahren habe was aus ihm geworden ist. Meine absolute Favoritin in diesem Buch ist auf jeden Fall Olga – auch wenn sie nur ein Nebencharakter ist.
Die Auflösung am Ende war eine wirkliche Überraschung, mit der ich nie gerechnet hätte, die aber viele offene Fragen klärt.

Mein Fazit:
Wer gerne eine 3-in-1 Geschichte, die spannend und etwas anders geschrieben ist, eine Geschichte, die auch sonst anders ist, lesen möchte, dem kann ich dieses Debüt von Ivonne Keller wirklich empfehlen.
Ich bin sicher für mich war das nicht das letzte Buch, welches ich von Ivone Keller gelesen habe, denn obwohl ich hier so ab und an nicht 100% überzeugt war, finde ich den Schreibstil von Frau Keller richtig gut.

Meine Wertung:
Ich würde am liebsten 3,5 Herzen vergeben – aber halbe Herzen habe ich nun mal nicht. Und wegen dem wirklich schönen und spannenden Schreibstil, runde ich auf 4 von 5 Herzen auf.

One thought on “Rezension: „Hirngespenster“

  1. Eine schöne Rezension liebe Beate. Mir ging es ähnlich wie dir, ich hätte auch gerne den ein oder anderen mal ordentlich geschüttelt. Trotzdem gefiel mir das Buch gut und hat auch 4 Punkte bekommen ;)!
    Liebe Grüße
    Vanessa

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