Rezension: „Königsblau“

Königsblau „Königsblau“ 
Julia Zieschang
Kindle Edition [klick], ASIN: B073P6HF67, € 4,99
-derzeit nur als eBook erhältlich-
325 Seiten
Verlag: Dark Diamonds (Carlsen)
erschienen: August 2017

Die Autorin:
Julia Zieschang fand man schon als kleines Mädchen oft hinter einem Buch versteckt vor. Damals waren es noch Märchenbücher, heute liest sie am liebsten romantische Fantasy. Wenn sie nicht gerade mit dem Lesen oder Schreiben von Geschichten beschäftigt ist, befindet sich eine Spiegelreflexkamera vor ihrem Gesicht, denn das Fotografieren ist ihre andere große Leidenschaft.
(Quelle: Amazon.de)
Bei Facebook könnt ihr sie hier finden: [klick]

Inhalt:
Wieder einmal ist der fürchterliche Bluebeard unterwegs, um sich seine mittlerweile neunte Ehefrau auszuwählen. Rosalie hofft, genau wie alle anderen, dass er sie übersehen wird. Aber sie hat Pech und er entscheidet sich für sie. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als zu ihm in seine Festung zu reisen und ihn dort zu heiraten. Egal wieviel Angst sie vor ihm hat, sie hat keine andere Wahl. In der Festung angekommen, werden ihre schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen.

Meine Meinung:
Es handelt sich hier um eine Adaption des Märchens „König Blaubart“ von  Charles Perrault, welches ich vorher gar nicht kannte. Aber da ich die modernen Märchenadaptionen liebe, musste ich dieses hier natürlich auch unbedingt lesen.
Der Schreibstil ist gut und wirklich flüssig zu lesen und die Autorin beginnt mit ein paar Versen, die sehr passend zu dieser Geschichte sind. Alleine die ersten vier Zeilen, finde ich toll, denn sie sagen eigentlich alles über moderne Märchenadaptionen aus.

Zitat (Buchanfang)
Ein Märchen wie viele,
Schon oftmals gelesen.
Und doch wie kein zweites,
so anders im Wesen.

Erzählt werden zwei Handlungsstränge. Der von Rosalie, die neunte Ehefrau von Bluebeard und der von Claire. Wobei Rosalies Geschichte drei Monate vor Claires beginnt und am Ende beide zeitgleich zusammenlaufen. Der Leser erfährt relativ schnell wie die beiden zusammenhängen und auch das Geheimnis um Claire ist recht schnell gelüftet. Allerdings gibt es da am Ende doch auch noch eine Überraschung. Ich mochte Claires Entwicklung sehr. Von der gutbehüteten Tochter mit eigener Zofe, der man jeden Wunsch erfüllt hin zu einer empathischen und verantwortungsbewussten Frau. Auch Ric hat mir gut gefallen. Aber am meisten habe ich die Freundinnen von Claire geliebt. Die haben mich oft zum schmunzeln gebracht. Und ich mag die Vorstellung von ihnen immer noch.
Der Handlungsstrang von Rosalie war ein klein wenig ruhiger. Aber das lag sicher auch daran, dass in so einer einsamen Festung einfach nicht so viel passieren kann. Rosalie selbst fand ich ein bisschen wankelmütig in ihrem Verhalten, aber auch das lässt sich mit ihrer Situation erklären. Als dann etwas passierte -was kann ich euch hier natürlich nicht verraten- hat sie mir dann auch richtig gut gefallen.
Das Ende war ein typisches Märchenende.

Mein Fazit:
Eine tolle Adaption des alten Märchens. Düster, geheimnisvoll, spannend und stellenweise mit witzigen Dialogen. Meine Leseempfehlung für alle, die die neu erzählten alten Märchen lieben.

Meine Wertung:
5 von 5 Herzen

Rezension: „So finster, so kalt“


So finster, so kalt
Diana Menschig
Kindle Edition [klick], ASIN: B00GBO9YGA, € 8,99
Taschenbuch [klick], ISBN: 978-3426514931, € 8,99
384 Seiten
Verlag: Droemer Knaur
erschienen: April 2014

Mein herzlicher Dank geht an die Droemer-Knaur-Verlagsgruppe, die mir dieses Buch zum Lesen zur Verfügung gestellt hat!

Die Autorin:
Diana Menschig, geboren 1973, absolvierte nach einem Studium der Psychologie mehrere Stationen in Marktforschung und Personalmanagement, bevor sie einen Spieleladen eröffnete. Heute arbeitet sie als selbständige Dozentin und Autorin. Wenn sie nicht gerade in fantastischen Parallelwelten unterwegs ist, teilt sie sich mit ihrem Mann, zwei Hunden, einer Katze und vielen Rennrädern ein Haus am Niederrhein. (Quelle: Amazon.de)
Homepage der Autorin: http://www.seitenrauschen.de
facebook: https://www.facebook.com/diana.menschig

Inhalt:
Merle ist eine erfolgreiche Hamburger Rechtsanwältin. Zur Zeit ist sie allerdings immer sehr müde, denn sie schläft unglaublich schlecht und wird jede Nacht von furchtbaren Alpträumen geplagt. Sie schiebt das auf den beruflichen Stress und den Ärger mit ihrem Freund. Dann stirbt auch noch ihre geliebte Omi und weil ihr Vater gerade in Kanada unterwegs ist, muss sie sich alleine um die Beerdigung und den Nachlass kümmern. Dazu kehrt sie zurück in den Schwarzwald. In das ganz einsame und mitten im Wald gelegene Häuschen von Oma, in dem sie unglaubliche viele schöne Stunden ihrer Kindheit verbracht hat. Und überraschenderweise kann sie dort seit langem endlich wieder traumlos schlafen. In den Hinterlassenschaften ihrer Oma findet sie alte Dokumente, die von der Geschichte eines ihrer Vorfahren „Johannes“ gegen Ende des 16. Jahrhunderts berichten. Merle versteht das nicht alles und beauftragt den Germanisten Jakob Wolf ihr bei der Aufklärung zu helfen. Immer wieder passieren außergewöhnliche Dinge im und rund um das Häuschen und Merle weiß bald nicht mehr was ist real und was ist Traum oder Einbildung. Die Lage spitzt sich zu als dann auch noch Kinder auf rätselhafte Weise verschwinden.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist eine Märchenadaption, das kann man ganz leicht feststellen, wenn man die Kurzbeschreibung liest. Aber was für eine, das muss man einfach selbst erlesen. Es geht hier auch nicht nur um ein Märchen sondern mehrere. Und es ist keine reine Märchenadaption, sondern die Märchen verschwimmen mit der heutigen Realität und niemand weiß mehr so genau, wo hört die Realität auf und wo fängt das Märchen an.
Diese Geschichte hier ist gruselig und stellenweise auch relativ grausam. Aber wenn man es mal genauer betrachtet, waren das die Märchen ja auch. Böse Stiefmütter, die Kinder vergiften usw. Das ist ja auch gruselig und grausam. Und trotzdem ist „So finster, so kalt“ anders, intensiver. Man hält förmlich die Luft an beim Lesen. Ich habe selten ein Buch gelesen, das so viele unterschiedliche Richtungen eingeschlagen und trotzdem den Faden nicht verloren hat.
Die meisten Kapitel sind aus der Sicht von Merle geschrieben, aber es gibt auch ein paar wenige, in denen Johannes aus seinem Leben im 16. Jahrhundert erzählt. Und diese Kapitel ermöglichen dem Leser einen Einblick in die Geschichte, die Merle noch versucht herauszufinden. Und dennoch wurde ich gedanklich sehr oft in die Irre geführt, wenn ich dachte jetzt geht es so und so weiter. Es gibt natürlich auch noch einige andere Protagonisten, wie z.B. Jakob Wolf und die Kinder. Und alle geben sie ein Rätsel nach dem anderen auf.
Am Ende habe ich noch ein paar mal vor und zurück geblättert, weil ich es gar nicht glauben konnte, das es auf diese Art und Weise endet.

Mein Fazit:
Eine ganz besondere Märchenadaption. Wer eine Mischung aus gruselig, märchenhaft, real und unglaublich mag, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Aber wer es lieber romantisch und ein typisches Märchenende, à la „… und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“ hat, der wird mit diesem Buch nicht froh werden.

Meine Wertung:
5 von 5 Herzen

Rezension: „Goldmarie auf Wolke 7“

„Goldmarie auf Wolke 7“
Gabriella Engelmann
Kindle Edition [klick], ASIN: B00AAT6O4M, € 9,99
Taschenbuch [klick], ISBN: 978-3401067261, € 9,99
271 Seiten
Verlag: Arena
Altersempfehlung: ab 12 – 15 Jahre

Die Autorin:
Gabriella Engelmann wurde 1966 in München geboren. Seit ihrem Umzug nach Hamburg fühlt sie sich im Norden pudelwohl und entdeckte dort auch ihre Freude am Schreiben. Nach Tätigkeiten als Buchhändlerin, Lektorin und Verlagsleiterin genießt sie die Freiheit des Autorendaseins von Romanen sowie Kinder – und Jugendbüchern. Gabriella Engelmann veröffentlicht ebenfalls unter dem Pseudonym Rebecca Fischer.
(Quelle: Amazon.de)
Die Webseite von Gabriella Engelmann findet ihr hier: www.gabriella-engelmann.de
Und bei Facebook könnt ihr sie hier finden: http://www.facebook.com/pages/Gabriella-Engelmann-Autorin/

Inhalt:
Marie Goldt, ist fast 17 Jahre alt und lebt mit ihrer Stiefmutter und ihrer Stiefschwester, Lykke Pechstein alleine. Ihre Mutter ist spurlos verschwunden als sie drei Jahre alt war und ihr Vater ist gestorben als sie gerade mal 12 Jahre alt war. Mit ihrer Stiefmutter kommt sie so leidlich zurecht, aber mit Lykke absolut gar nicht. Und das beruht auf Gegenseitigkeit. Nachdem sie ihren schlecht bezahlten Aushilfsjob in der Bäckerei der „Drachenlady“ gekündigt hat, schwebt sie auf Wolke 7 als sie zufällig einen, wesentlich besser bezahlten,  Job im Laden „Traumzeit“ angeboten bekommt. Und dort trifft sie auch zum ersten Mal auf den Iren, Dylan. Einen absoluten Traumtypen. Doch dann geschehen viele unerklärliche Dinge …

Meine Meinung:
Oh nein, das war das letzte Märchenbuch von der Hamburger Märchenfee. Und wieder habe ich es regelrecht inhaliert. Dieses Mal ist es die Neuerfindung von Frau Holle und wie bereits in den vier vorangegangenen Märchenbüchern finde ich zuerst ein witziges Personenregister und wieder zaubert mir die Namensgebung der Protagonisten „Marie Goldt“ und „Lykke Pechstein“  das erste Lächeln dieses Buches ins Gesicht.
Die Geschichte ist im schon gewohnten lockeren, leichten, jugendlichen, witzigen Stil geschrieben. Dieses Mal gibt es sogar drei Perspektiven. Fast immer erzählt Marie in der Ich-Form, aber zwischendurch erfahren wir auch Lykkes Gedanken. Und  zwar weil sie diese in ihr Tagebuch schreibt. Aber auch über die Feenkönigin, lese ich einiges. Ich finde die Idee, Frau Holle als Feenkönigin zu bezeichnen übrigens ganz hervorragend.
Auch optisch unterscheiden sich alle drei Erzählperspektiven. Die Tagebucheinträge von Lykke sind kursiv gedruckt und die Perspektive der Feenkönigin in einer leicht verschnörkelten, märchenhaften Schrift. Und wo ich gerade von der Buchgestaltung spreche: Das Cover ist wunderschön und passend mit seinen goldglänzenden Sternen und der goldenen geprägten Schrift.
Die Charaktere sind wieder einmal absolut sympathisch und realistisch dargestellt. Jeder einzelne. Nein, falsch, die Drachenlady ist mir natürlich nicht sympathisch. Aber realistisch wirkt sie trotzdem. Klasse finde ich Julia und ihre Familie und noch sympathischer ist mir der ganze irische Clan. Mit denen würde ich auch gerne mal an einem Tisch sitzen.
Die Hamburger Märchenfee hat mit  „Goldmarie auf Wolke 7“ tatsächlich noch mal einen drauf gesetzt und so schade wie ich es finde, dass es wohl das letzte Märchenbuch von Gabriella ist, so muss ich doch sagen dieses Buch ist ein absolut krönender Abschluß der Märchenbücher aus ihrer Feder. Es hat enthält eine ordentliche Portion Fantasy und ganz viele Emotionen und es ist Gabriella Engelmann hervorragend gelungen die Fantasiebereiche in die reale Hamburger Welt von Marie einzubinden, ohne das es auch nur einen Moment lang unglaubwürdig wird.
Total begeistert bin ich auch davon, dass ich in dieser Geschichte liebgewonnene Figuren aus allen vier vorangegangenen Märchenbüchern noch einmal wieder treffe. Und auch die sind so eingearbeitet, dass sie einfach da hingehören und nicht irgendwie „eingebaut“ wirken. Am Ende gibt es noch eine Wendung, die sich auf eins der anderen Bücher bezieht, die mir so unglaublich gut gefallen hat. Danke, liebe Gabriella!
Dieses Mal endet das Buch tatsächlich mit den Worten

Zitat – Seite 267
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute …

*hachsag*
Und natürlich gibt es auch wieder ein Rezept für eine märchenhafte Suppe.

Mein Fazit:
… ausnahmsweise mal etwas ausführlicher 😉
„Goldmarie auf Wolke 7“ ist die absolute Krönung dieser Buchreihe. Die Bände sind alle vollkommen unabhängig von einander lesbar. Ich kann euch empfehlen, dieses hier, wirklich als letztes zu lesen und mit den anderen zu beginnen. Sonst ist die Überraschung am Ende nur halb so schön. Eigentlich brauche ich gar nicht mehr zu erwähnen, dass ich es nur absolut empfehlen kann, oder?!
Alle fünf Bände sind einfach schön. Alle fünf verbinden die Protagonisten miteinander und es ist schön, immer wieder auf das eine oder andere bekannte Gesicht zu treffen. Gabriella Engelmann hat meiner Meinung nach aber auch so viele kleine Einzelheiten von sich in diese Bücher gelegt, dass ich nicht nur die Protagonisten und die Handlung während des Lesens im Kopf hatte, sondern auch Gabriella’s Bild. Ich sag nur „Glitzerstifte“ 😀
Gabriella, Danke für fünf wunderschöne Hamburger Märchen!

Meine Wertung:
natürlich 5 von 5 Herzen (oder besser 25 – für jedes Buch 5)

Hier noch die Links zu allen fünf modernen Märchen von Gabriella Engelmann, in der Reihenfolge wie sie erschienen sind.

Rezension: „Küss den Wolf“

„Küss den Wolf“
Gabriella Engelmann
Kindle Edition [klick], ASIN: B00BBOWNLS, € 9,99
Taschenbuch [klick], ISBN: 978-3401067254, € 9,99
253 Seiten
Verlag: Arena
Altersempfehlung: ab 12 – 15 Jahre

Die Autorin:
Gabriella Engelmann wurde 1966 in München geboren. Seit ihrem Umzug nach Hamburg fühlt sie sich im Norden pudelwohl und entdeckte dort auch ihre Freude am Schreiben. Nach Tätigkeiten als Buchhändlerin, Lektorin und Verlagsleiterin genießt sie die Freiheit des Autorendaseins von Romanen sowie Kinder – und Jugendbüchern. Gabriella Engelmann veröffentlicht ebenfalls unter dem Pseudonym Rebecca Fischer.
(Quelle: Amazon.de)
Die Webseite von Gabriella Engelmann findet ihr hier: www.gabriella-engelmann.de
Und bei Facebook könnt ihr sie hier finden: http://www.facebook.com/pages/Gabriella-Engelmann-Autorin/

Inhalt:
Pippa ist 16 und ein ganz normales Mädel von heute. Zusammen mit ihrer Mutter lebt sie in Hamburg. Sie hat tolle Freundinnen, liebt Kino und betreibt einen Blog. Wegen ihrer roten Haare und weil ihre Großmutter ihr früher immer rote Hüte und Mützen geschenkt hat, wird sie auch ab und zu auch Rotkäppchen genannt. Und sie ist total verliebt. In Leo, den attraktivsten Typen, den es gibt. Alles könnte so klasse sein, wenn sie sich nicht so viele Sorgen um ihre Oma machen müsste.

Meine Meinung:
Ich hatte mir überlegt, was ich von Rotkäppchen und dem bösen Wolf noch so in Erinnerung habe (Großmutter warum hast du so große Ohren? Großmutter warum hast du so einen großen Mund) und war sehr gespannt wie Gabriella Engelmann dieses Märchen umsetzen würde.
Es beginnt wie alle Märchenbücher von ihr wieder mit einem tollen Personenregister und bereits beim Lesen dieses Registers habe ich gestaunt, denn irgendwie hatte ich erwartet einen „Wolfgang“ oder „Wolfram“ dort zu finden. Ist aber niemand dabei, der so heißt. Beim Lesen des Buches wird dann auch klar warum es gar keinen Wolfgang oder Wolfram geben darf. „Küss den Wolf“ hat was von einem Krimi und da darf sollte man natürlich den „bösen Wolf“ nicht sofort im Personenregister entlarven können 😉
Die Charaktere haben mir wieder alle sehr gut gefallen. Pippa ist eine ganz normale 16jährige, die gerade ihre erste große Liebe erlebt. Die sehr an ihrer Oma hängt und trotz ihres Alters und der Tatsache, dass sie gerade total verliebt ist, auch gerne und viel hilft. Natürlich macht sie auch mal Blödsinn, aber wenigstens lernt sie was draus.
Bei Leo war ich mir nicht so sicher, was ich von ihm halten soll. Anfangs mochte ich ihn nicht wirklich, aber dann entpuppte er sich als netter, hilfsbereiter Typ, der Pippa und ihrer Oma immer wieder geholfen hat.
Auch Marc ist ein wenig undurchsichtig. Trotzdem mochte ich ihn. Aber meine absolute Lieblingsfigur ist „Holla“. Ich verrate euch allerdings nicht wer sie ist. Aber Holla hat wieder enorm viel Witz in die Geschichte gebracht und ihr ist es auch zu verdanken, dass ich mehrmals laut auflachen musste. Ich sage nur „Bettszene“ 😀
Auch in diesem Märchenbuch mag ich den Schreibstil von Gabriella wieder sehr. Es wird in der „Ich-Form“ von Pippa erzählt, aber es gibt auch zwischendrin immer mal ganz kurze Kapitel, die kursiv gedruckt sind und nicht von Pippa erzählt sind. Es sind die Gedanken eines Unbekannten und das hebt die Spannung an.
Auch die Zwergen-WG spielt wieder eine kleinere Rolle und dieses Mal spielt der Roman in der Zeit kurz vor „Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid“ als die Jungs Schneewittchen noch gar nicht kannten.
„Küss den Wolf“ ist das erste der Märchenbücher, das deutlich weniger an das Original-Märchen angelehnt ist und stattdessen einen kleinen Fantasyanteil enthält. Ich möchte hier gar nicht zu viel verraten, aber mir hat es sogar noch einen kleinen Tick besser gefallen als die drei anderen Bände. Es ist eine wirklich gelungene Mischung von Liebesgeschichte, Krimi und Fantasy. Und natürlich gibt es auch wieder ein tolles Rezept.

Mein Fazit:
Wem eins gefallen hat, der muss sie sowieso alle lesen – das geht gar nicht anders. Und ansonsten kann ich mich nur wiederholen: alle, die Märchen lieben und alle, die Jugendbücher lieben sollten sich dieses Buch nicht entgehen lassen.

Meine Wertung:
5 von 5 Herzen

Hier noch die Links zu allen fünf modernen Märchen von Gabriella Engelmann, in der Reihenfolge wie sie erschienen sind.

Rezension: „Cinderella undercover“

„Cinderella undercover“
Gabriella Engelmann
Kindle Edition [klick], ASIN: B00BBOWN6I, € 9,99
Taschenbuch [klick], ISBN: 978-3401066851, € 9,99
284 Seiten
Verlag: Arena
Altersempfehlung: ab 12 – 15 Jahre

Die Autorin:
Gabriella Engelmann wurde 1966 in München geboren. Seit ihrem Umzug nach Hamburg fühlt sie sich im Norden pudelwohl und entdeckte dort auch ihre Freude am Schreiben. Nach Tätigkeiten als Buchhändlerin, Lektorin und Verlagsleiterin genießt sie die Freiheit des Autorendaseins von Romanen sowie Kinder – und Jugendbüchern. Gabriella Engelmann veröffentlicht ebenfalls unter dem Pseudonym Rebecca Fischer.
(Quelle: Amazon.de)
Die Webseite von Gabriella Engelmann findet ihr hier: www.gabriella-engelmann.de
Und bei Facebook könnt ihr sie hier finden: http://www.facebook.com/pages/Gabriella-Engelmann-Autorin/

Inhalt:
Dass es in diesem Buch um das ursprüngliche Märchen Aschenputtel geht, sagt ja schon der Untertitel 😉
Cynthia ist gerade mal 16 Jahre alt und hat noch lange nicht verkraftet, dass ihre Mutter vor einem halben Jahr verstorben ist. Aber so richtig schlimm wird es dann für sie, als ihr Vater sich wieder verliebt, und bereits wenige Tage, nachdem er Cynthia diese neue Frau vorgestellt hat bereits mit ihr in eine gemeinsame Wohnung zieht. Und dann hat diese Frau auch noch zwei eigene Töchter, die Cynthia oft den letzten Nerv rauben. Zu allem Überfluss verliebt sich Cynthia dann auch noch Hals über Kopf in Daniel, der sie nicht mal wahrnimmt und viel zu oft mit Felicia, ihrer verhassten Stiefschwester, unterwegs ist.

Meine Meinung:
Das Buch fängt wieder mit einem ausführlichen Personenregister an und einmal mehr staune ich darüber, wie genial Gabriella Engelmann ihre „Märchenfiguren“ benennt. Das moderne Aschenputtel heißt Cynthia Aschenbrenner und wird Cyn gerufen. Passender geht es doch gar nicht, oder? „Cinderella undercover“ wird in der Ich-Form von Cynthia erzählt und der Schreibstil ist locker, leicht und stellenweise recht witzig.
Es sind wieder viele Aspekte aus dem Märchen in die moderne Geschichte eingeflochten, so bekommt Cyn z.B. von ihrem Vater ein Geschenk, das es auch im Märchen gab. Außerdem ist Cyn schüchtern und unscheinbar – glaubt sie zumindest. Mir gefällt Cyn allerdings sehr gut. Die Entwicklung, die sie macht finde ich richtig toll und ich habe mich sehr für sie gefreut. Toll finde ich auch „La Perla“ – über ihn musste ich mehr als einmal lachen und ich finde er passt einfach herrlich in diese Geschichte. Aber auch (fast) alle anderen Charaktere mochte ich richtig gut leiden.
Und ich habe mich gefreut, dass ich wieder einige Charaktere aus den anderen beiden Büchern getroffen habe. Und dieses Mal sogar etwas ausführlicher.
Gabriella Engelmann ist es auch mit diesem dritten modernen Märchen super gelungen wesentliche Teile des Märchens einzubringen und trotzdem mit einer ganz modernen Geschichte neu zu erfinden. Das ist nun das dritte „Märchenbuch“, das ich von ihr gelesen habe und zwar alle direkt hintereinander und in einem Rutsch und die Gefahr, dass ich mich mit meiner Schwärmerei immer öfter wiederhole ist so groß, dass ich es jetzt einfach sein lasse;-) Aber den Namen „Märchenfee“ hat sich Gabriella Engelmann wirklich verdient.
Am Ende gibt es wieder ein Rezept und ich liebe Linsen, also das werde ich sicher auch bald mal nach kochen.
Ich kann euch wirklich nur empfehlen diese wunderschönen Bücher zu lesen – und zwar alle!

Mein Fazit:
Nach „Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün wie Neid“ und „Hundert Jahre ungeküsst“ ist es das dritte Märchenbuch von Gabriella Engelmann, das ich jedem Märchenliebhaber nur empfehlen kann.

Meine Wertung:
5 von 5 Herzen

Hier noch die Links zu allen fünf modernen Märchen von Gabriella Engelmann, in der Reihenfolge wie sie erschienen sind.

Rezension: „Hundert Jahre ungeküsst“

„Hundert Jahre ungeküsst“
Gabriella Engelmann
Kindle Edition [klick], ASIN: B00BBOWNOK, € 9,99
Taschenbuch [klick], ISBN: 978-3401064895, € 9,99
274 Seiten
Verlag: Arena
Altersempfehlung: ab 12 – 15 Jahre

Die Autorin:
Gabriella Engelmann wurde 1966 in München geboren. Seit ihrem Umzug nach Hamburg fühlt sie sich im Norden pudelwohl und entdeckte dort auch ihre Freude am Schreiben. Nach Tätigkeiten als Buchhändlerin, Lektorin und Verlagsleiterin genießt sie die Freiheit des Autorendaseins von Romanen sowie Kinder – und Jugendbüchern. Gabriella Engelmann veröffentlicht ebenfalls unter dem Pseudonym Rebecca Fischer.
(Quelle: Amazon.de)
Die Webseite von Gabriella Engelmann findet ihr hier: www.gabriella-engelmann.de
Und bei Facebook könnt ihr sie hier finden: http://www.facebook.com/pages/Gabriella-Engelmann-Autorin/

Inhalt:
Das Dornröschen von 2011 lebt in Hamburg und heißt Rosalie Dorn. Sie ist jetzt 16 Jahre jung, frisch verliebt, hat ihre Ausbildung im „Schlosshotel“ angefangen und gerade ihre eigene kleine Wohnung bezogen und. Ihre Eltern, besonders ihre Mutter, hütet und behütet sie sehr stark. Aber sie wusste bisher nicht warum. Bis ihre Eltern ihr erzählen, dass sie kurz nach ihrer Geburt von einer ehemaligen Freundin ihrer Mutter verflucht wurde und im Alter von 17 Jahren an einem „Stich“ sterben solle. Natürlich glaubt Rosalie nicht an Märchen, aber sie versteht nun die Sorgen ihrer Mutter viel besser.

Meine Meinung:
„Hundert Jahre ungeküsst“ ist das Gabriella Engelmann’s moderne Version von Dornröschen und wieder konnte es mich begeistern.
Auch dieses Mal steht ganz zu Beginn ein Personenregister und ein weiteres Mal bin ich überrascht wie toll die Namen und Charakter adaptiert sind. So haben Rosalies Eltern zum Beispiel ein Café, das „Dornröschen“ heißt und ratet mal wer wohl „René Prinz“ ist ;-).
Die einzelnen Charaktere sind so schön beschrieben, dass man sie direkt vor Augen hat, bevor man auch das eigentliche Buch angefangen hat.

Zitat – Seite 7
Cordula Groth:
Direktorin des Schlosshotels. Neutral bis in die Spitzen ihres raspelkurzen schwarzen Haars und korrekt bis zu den Fersen ihrer blickdichten Nylonstrümpfe.

Der Prolog besteht aus der Einleitung des Märchens und beginnt im September 1994 und erzählt die Geschichte der Baby-Party für Rosalie, auf der sie verflucht wurde. Danach geht es dann fast 17 Jahre später weiter – also kurz bevor der Fluch sich erfüllen soll. Ab da wird dann abwechselnd aus der Sicht von Rosalie und René in der Ich-Form erzählt, und zwar chronologisch. Mir hat dabei gut gefallen, das Datum und wer gerade der Erzähler ist nicht nur als Kapitelüberschrift da stehen, sondern auf jeder Seite in der Kopfzeile. Das macht es herrlich einfach.
Der Schreibstil ist (ich weiß, ich wiederhole mich – aber es ist nun mal so) locker und leicht zu lesen. Die Seiten fliegen nur so dahin. Das Märchen ist wieder ganz toll umgesetzt und ganz viele Details, wie zum Beispiel das Schloss (-Hotel), die Rosen und sogar der Koch aus dem Märchen sind wieder liebevoll untergebracht.  Ich kenne zwar Hamburg nicht, aber ich hatte schon den Eindruck, dass das beschriebene Umfeld genauso vorhanden ist.
Rosalie erlebt dann auch einige Dinge, die ich so nicht aus dem Märchen in Erinnerung hatte, aber sie gefallen mir gut und bringen zusätzliche Spannung in die Geschichte. Richtig toll, finde ich auch, dass eine Person aus dem ersten Märchen „Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid“ einen, wenn auch sehr kurzen Gastauftritt in dieser Geschichte hatte.
Da es sich hierbei um das moderne Dornröschen handelt, könnte man sich ja denken, wie das Ende möglicherweise ausgeht. Aber die Lösung hat mich dann doch überrascht und der Untertitel „Dornröschens bittersüße Liebesgeschichte“ wird voll und ganz erfüllt.

Mein Fazit:
Wer Märchen und Jugendbücher mag, dem kann ich dieses Buch wirklich empfehlen – egal ob jung oder alt. Aber Achtung: es besteht hohe Suchtgefahr nach den weiteren vier Märchenbüchern von Gabriella Engelmann.

Meine Wertung:
5 von 5 Herzen

Hier noch die Links zu allen fünf modernen Märchen von Gabriella Engelmann, in der Reihenfolge wie sie erschienen sind.

Rezension: „Weiß wie Schnee,Rot wie Blut, Grün vor Neid“

„Weiß wie Schnee,Rot wie Blut, Grün vor Neid“
Gabriella Engelmann
Kindle Edition [klick], ASIN: B00BBOWN7M, € 9,99
Taschenbuch [klick], ISBN: 978-3401067704, € 9,99
261 Seiten
Verlag: Arena
Altersempfehlung: ab 14 – 15 Jahre

Die Autorin:
Gabriella Engelmann wurde 1966 in München geboren. Seit ihrem Umzug nach Hamburg fühlt sie sich im Norden pudelwohl und entdeckte dort auch ihre Freude am Schreiben. Nach Tätigkeiten als Buchhändlerin, Lektorin und Verlagsleiterin genießt sie die Freiheit des Autorendaseins von Romanen sowie Kinder – und Jugendbüchern. Gabriella Engelmann veröffentlicht ebenfalls unter dem Pseudonym Rebecca Fischer.
(Quelle: Amazon.de)
Die Webseite von Gabriella Engelmann findet ihr hier: www.gabriella-engelmann.de
Und bei Facebook könnt ihr sie hier finden: http://www.facebook.com/pages/Gabriella-Engelmann-Autorin/

Inhalt:
„Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid“  ist das Märchen von Schneewittchen übersetzt in die heutige Zeit und mit Märchenfiguren wie sie heute leben könnten.
So ist Sarah das moderne Schneewittchen wunderschön  „Haut, so weiß wie Schnee, Lippen, so rot wie Blut und Haare, so schwarz wie Ebenholz“ die meiste Zeit alleine mit ihrer bösen Stiefmutter, da ihr Vater beruflich sehr viel auf Reisen ist. Die böse Stiefmutter ist fürchterlich neidisch auf die natürliche Schönheit von Sarah und schreckt auch nicht dem einen oder anderen Mordversuch zurück, um die Konkurrenz in Sachen Schönheit – also Sarah – aus dem Weg zu räumen. Sarah flüchtet zu den „sieben Zwergen“.

Meine Meinung:
Schon lange habe ich so viel Gutes über die Märchenbücher von Gabriella Engelmann gehört und gelesen und genauso lange schon wollte ich diese Bücher lesen. Nachdem nun sie alle fünf seit einiger Zeit in meinem SuB gelegen haben, konnte ich jetzt endlich meinen persönlichen Gabriella-Engelmann-Märchenbuch-Lesemarathon starten. J
Und so viel schon mal vorne weg: meine hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht!
Gleich zu Beginn überrascht mich ein ausführliches Personenregister. Generell sind ja Personenregister, wenn überhaupt vorhanden, am Ende eines Buches zu finden. Da ich aber grundsätzlich nie zuerst hinten in ein Buch reinschaue, habe ich mich schon so manches mal am Ende eines Buches gedacht „Na toll, jetzt brauch‘ ich das auch nicht mehr, jetzt kenne ich ja schon alle.“ Deshalb habe ich mich richtig gefreut, dass es hier bereits am Anfang des Buches steht. Im übrigen musste ich bereits bei der Beschreibung der einzelnen Personen mächtig schmunzeln. Gabriella Engelmann stellt ihre Märchenfiguren mit viel Wortwitz vor. Auch die Namensgebungen und Beschreibungen finde ich sehr gelungen. So heißt z.B. die böse Stiefmutter „Bella Schönhuber“ (Bella = die Schöne und dann mit Nachnamen auch noch „Schön“huber) und war früher mal Tabledancerin. Einen besseren Namen kann es für diese Figur ja kaum noch geben, oder?
Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen, hat mich mehr als einmal zum Grinsen gebracht und ich denke er passt ganz hervorragend zur Zielgruppe und in die heutige Zeit.
Die Geschichte ist aus der Sicht von Sarah in Ich-Form erzählt, aber einige Kapitel sind aus der Sicht der bösen Stiefmutter erzählt, wobei diese dann nie beim Namen genannt wird sondern von „der Frau“ in der dritten Person gesprochen wird. Das hebt diese Kapitel deutlich hervor.
Ich war sehr gespannt, wie man denn überhaupt ein Märchen so umschreiben kann – zum Beispiel die sieben Zwerge. Aber die Idee, einfach sieben tolle, aber sehr verschiedene Kerle in eine WG zu stecken, ist richtig toll und ich wäre da sicher nie drauf gekommen (obwohl die sieben Zwerge ja früher auch nichts anderes waren). Auch die Erklärung, warum die Jungs sich selbst die „7 Zwerge“ nennen, finde ich super – aber das verrate ich euch natürlich nicht.
Insgesamt finde ich die Umsetzung total gelungen, denn selbst die Originalzitate aus dem alten Märchen wie z.B.

Zitat – Seite 54
Spieglein, Spieglein an der Wand.
Wer ist die Schönste im ganzen Land?

sind gut und flüssig in die Geschichte eingearbeitet.
Als Bonus gibt es am Ende des Buches noch die Rezepte von JamieTim, die sehr lecker klingen und zum nachkochen bzw. –backen einladen.
Ich habe diesen mörderischen Schneewittchenroman jedenfalls verschlungen, dabei viel geschmunzelt, viele „aha“-Effekte und Erinnerungen an meine Kindheit geweckt und ein paar schöne Lesestunden gehabt. Und ich freue mich nun noch mehr darüber, dass ich noch vier weitere moderne Märchen von Gabriella Engelmann hier liegen habe.

Mein Fazit:
Eine wirklich gelungene Umsetzung von Schneewittchens Geschichte ins Jahr 2011 – nicht nur, aber auch für Kinder und Jugendliche.

Meine Wertung:
5 von 5 Herzen

Hier noch die Links zu allen fünf modernen Märchen von Gabriella Engelmann, in der Reihenfolge wie sie erschienen sind.

Rezension: „Werke eines großen Meisters – Teil I von IV“

„Werke eines großen Meisters – Teil I von IV –
Ein wahr gewordener Traum“

Bernd B. Badura
Kindle Edition [klick], ASIN: B00A05W1JS, € 1,54
-derzeit nur als eBook erhältlich-
geschätzt: ca. 140 Seiten
Erschienen bei Elfenglanz und Drachenfeuer
Coverzeichnung und Entwurf: Adrian Koppenhagen

Mein herzlicher Dank geht an Bernd B. Badura, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Der Autor:
Über den Autor kann ich euch hier und heute gar nicht viel erzählen. In dem eBook steht folgender Text über ihn.

Zitat – Anhang „Über den Autor“:
Viele Sagen und Legenden ranken sich um den Autor Bernd B. Badura. Einige behaupten sogar er hätte sich – nur vom Wasser nährend, daß er von den Wänden leckte – tausend Jahre in eine Höhle zurückgezogen, um über das wahre Wesen der Menschheit nachzusinnen. Endlich zu Ergebnissen gekommen, will er uns nun an seinen Erkenntnissen teilhaben lassen. Bernd B. Badura selbst begegnet solchen Geschichten eher mit einem Schmunzeln und meint, daß seine Person – im Gegensatz zu seinen Geschichten – eher uninteressant ist. Deshalb möchte er auch lieber seine Geschichten für sich sprechen lassen, als über sich selbst zu erzählen.

Seine Webseite ist zu finden unter:  http://www.berndbadura.blogspot.de
Und auf facebook könnt ihr ihn hier finden: https://www.facebook.com/Tintenkleckser

Inhalt:
Also bei diesem Buch fällt es mir relativ schwer eine eigene Inhaltsangabe zu schreiben. Nicht, weil es zu wenig Inhalt hat, sondern weil es schwierig ist etwas darüber zu erzählen, ohne direkt zu viel zu erzählen oder gar zu spoilern. Der Autor selbst hat mir sein Buch als

Zitat aus seiner Email an mich:
„ … der einzige mir bekannte Kurzgeschichten-Erzählroman der Welt …

vorgestellt. Und das trifft es ziemlich genau. Ein „Kurzgeschichten-Erzählroman“. Es gibt einen Hauptprotagonisten, Schapo Klack. Dieser Schapo Klack ist Bibliothekar in einer wunderbaren Bibliothek in der Traumwelt und gleichzeitig selbst sein bester Kunde, denn er liest alle Bücher in „seiner“ Bibliothek selbst und zwar aus Leidenschaft. Dann schickt ihn sein „Chef“ Morpheus, in die reale Welt, in der er eine Aufgabe zu erfüllen hat. Und hier kommt der Kurzgeschichten-Erzählroman zu seinem Namen, denn der Teil „Roman“ wird getragen durch Schapo Klack, der eine eigene Geschichte erlebt, aber immer mal wieder eine Kurzgeschichte träumt. Klingt ein wenig verworren, oder? Ist es aber nicht, ich kann es euch nur nicht besser beschreiben.
Dieses eBook ist Teil I von IV und ich erfahre hier wer Schapo Klack ist, wie die Traum-Welt aussieht, wie er seine Reise in die reale Welt antritt und seine Ankunft in der realen Welt. Mit eingebunden in diesen Roman rund um Schapo Klack sind zwei Kurzgeschichten und zwei Gedichte.

Meine Meinung:
Ausnahmsweise muss ich zuerst mal was zum Cover sagen.  Das Cover würde mich überhaupt nicht ansprechen. Wenn ich nur nach dem Cover auswählen würde, würde ich niemals zu diesem Buch greifen. Und das ist wirklich schade, denn schon nach ein paar Seiten in diesem Buch, wird klar warum es genauso ist wie es ist und absolut perfekt passt. Es ist nämlich nicht irgendein Cover, sondern es ist das Cover des Buches, welches Schapo Klack gerade selbst liest.
Der Schreibstil in diesem Buch mutet ein wenig „altmodisch“ an und passend dazu ist es in der „alten Rechtschreibung“ geschrieben. Das hat mich aber absolut nicht gestört. Es passt einfach dazu. Genauso wie die altmodische Ausdrucksweise. Gleichzeitig ist es aber so schön geschrieben, mein Kopfkino konnte gar nicht mehr aufhören mir all die schönen Bilder zu zeigen. Außerdem habe ich das Buch gar nicht selbst gelesen, sondern irgendwie hat mein Hirn mir das Buch vorgelesen. Dabei musste ich einmal kurz an die alten Märchenschallplatten denken, die ich als Kind gehört habe. Wirklich schön.
Wenn ich ein Buch lese, markiere ich mir immer mal den einen oder anderen Absatz, der mir besonders gut gefällt, um ihn euch hier vielleicht zu zitieren. Als ich die fünfte oder sechste Leseseite hintereinander jeweils die Hälfte markiert hatte, musste ich selbst mal lachen. Dann müsste ich euch einfach das ganze Buch hier zitieren. Aber einen kleinen Abschnitt möchte ich euch dann doch zeigen:

Zitat – eBook, Pos. 392
… Und so freute sich Balduin immer aufs Neue, wenn es galt, sein Raumschiff – wenn möglich – hinter einem Planeten zu parken und er, nur mit einem Atemgerät, der Herzchenunterwäsche – ein Talisman den er einst von seiner Frau geschenkt bekommen hatte…

Könnt ihr jetzt verstehen, was mein Kopfkino für Kapriolen geschlagen hat?

Ein weiteres Zitat möchte ich euch noch mitbringen, damit ihr versteht was ich mit „etwas altmodischer“ Ausdrucksweise meine.

Zitat – eBook, Pos. 193
… Dereinst lebte in einem wunderschönen, vielleicht ein wenig verwunschenen und verzauberten Waldstück, sieben Berge, acht Flüsse und neunzehn Regenbogen von hier entfernt, …

Das Buch endet mit einer abgeschlossenen Kurzgeschichte, die ich übrigens sehr schön finde. Aber die Mission von Schapo Klack ist noch nicht beendet. Und ich möchte es jetzt eigentlich nicht mehr als Buch oder Roman bezeichnen, sondern empfinde es wie ein schönes Märchen.

Mein Fazit:
Lasst euch auf keinen Fall vom Cover verunsichern. Es ist ein wunderschönes Märchenbuch, meiner Meinung nach auch für schon etwas ältere Kinder geeignet. Auf jeden Fall aber für alle Liebhaber von Büchern und Bibliotheken. Ein wenig mystisch und sehr fantasievoll geschrieben. Meine absolute Empfehlung!

Meine Wertung:
5 von 5 Herzen