Rezension: „Alice im Netz – Das Internet vergisst nie!“

„Alice im Netz – Das Internet vergisst nie!“
Antje Szillat
Taschenbuch [klick], ISBN: 978-3935265485, € 6,95
155 Seiten
Verlag: Edition Zweihorn; Auflage: 1., Auflage (Mai 2010)

Liebe Antje, vielen Dank für dieses tolle Überraschungsgeschenk!

Die Autorin:
Antje Szillat ist verheiratet und hat mit ihrem Mann vier Kinder. Zu der lustigen „kleinen“ Großfamilie gehören Pferde, Hunde, Kaninchen, Goldfische und natürlich viele, viele Bücher. Sie lebt und arbeitet vor den Toren ihrer Lieblingsstadt Hannover.
Auf ihrer Webside: www.antjeszillat.de erfährt man mehr über sie und ihre Bücher. (Quelle: facebook-Seite von Antje Szillat)

Inhalt:
Alice, ist gerade eben 16 Jahre geworden und bewegt sich –genau wie alle anderen Jugendlichen- völlig selbstverständlich im Internet. Sie betreibt einen Blog und ist in etlichen Foren und sozialen Netzwerken aktiv. Ganz selbstverständlich gibt sie hier alle ihren privaten Vorlieben preis und zeigt auch diverse Fotos von sich. Tun ja alle! Eines Tages erhält sie eine E-Mail von Jared.

Zitat – Seite 16
„Alice!
Alles, was ich über dich weiß, hast du mir selbst verraten.
Alles, was du über mich wissen musst, ist, dass ich dich liebe – und dass du mir nicht entkommen kannst …
Jared“

Zunächst hält Alice das noch für einen Scherz, aber schon bald folgen weitere Emails.

Meine Meinung:
Das Buch ist sehr schön geschrieben und leicht zu lesen.
Die Charaktere sind interessant. Alice ist zwar ein bisschen eine Zicke, aber man kann sie trotzdem mögen. Manche ihrer „Aktionen“ waren mir nicht immer verständlich, aber dafür ist sie ja erst 16 und ich hab schon ein paar Tage mehr auf dem Buckel 😉 Wer hinter Jared steckt, ist mir lange verborgen geblieben und so war es wirklich spannend bis zum Ende. Alice‘ beste Freundin Katja mochte ich anfangs ganz gerne, aber dann hat sie doch einen ziemlichen „Bock geschossen“, aber auch das kann man mit zwei zugedrückten Augen auf ihr Alter zurückführen. Insgesamt jedoch sind sowohl Alice als auch Katja schon recht naiv. Aber es passt in die Geschichte.
Es geht um die Gefahren, die das Internet mit sich bringen kann, wenn wir leichtfertig unsere ganz persönlichen Daten, Gedanken und Wünsche preisgeben. Alles ist in eine spannende Geschichte rund um Alice verpackt, die auf einmal erfahren muss, dass es ganz leicht ist, alles, einschließlich ihrer Adresse herauszufinden und ihr übel mitzuspielen.  Auf interessante und spannende Weise hat Antje Szillat es hier geschafft auch noch nebenbei nahezu alle derzeit wichtigen Themen wie Stalking, Mobbing und Casting-Shows anzusprechen. Dieses Buch ist meiner Meinung wieder eines von der Sorte, die unbedingt als Pflichtlektüre in den Deutsch-Unterricht an Schulen gehört. Es sollte aber auch von Eltern und anderen Erwachsenen, die mit Jugendlichen zu tun haben, gelesen werden. Ein Buch, das auf unterhaltsame Weise ernste Themen vermittelt, mit dem man dann aber später im Unterricht gut arbeiten kann. Ein Leben ohne Internet dürfte heute nahezu unmöglich sein (jedenfalls in den meisten mitteleuropäischen Ländern). Also sollten Eltern den Zugang nicht komplett verbieten müssen. Aber dazu müssen sie das Internet natürlich erst mal verstehen lernen und auch erkennen wo eventuelle Gefahren lauern können.
Noch ein Wort zum Cover:
Auf dem Cover ist ein halbdurchsichtiges Mädchen in einer Abwehrhaltung von hinten zu sehen, das vor einer Menge Bildschirmen mit je einem einzigen riesigen Auge steht. Und ich finde dieses Cover passt ganz hervorragend zu diesem Buch.
Aber ich musste dabei auch an den „gläsernen Menschen“ denken und ärgere mich gleichzeitig mal wieder über das eine oder andere unserer Gesetze. Wie zum Beispiel die „Impressumpflicht“. Wir lernen immer wieder, dass wir keine oder so wenig wie möglich private Daten im Internet bekannt geben sollen und gleichzeitig sind wir, sobald wir eine Webseite, (fast) egal mit welchem Inhalt, ins Netz stellen, per Gesetz verpflichtet unsere vollständige Adresse angeben. Das ist ja eigentlich schon ein Widerspruch an sich.

Mein Fazit:
Ein spannende Geschichte (mit ernstem Hintergrund) über leichtsinnigen Umgang mit persönlichen Daten und seine Folgen.

Meine Wertung:
4 von 5 Herzen

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4 Gedanken zu „Rezension: „Alice im Netz – Das Internet vergisst nie!“

  1. Ja, da kann ich Dir nur zustimmen .. ich ärgere mich auch immer wieder über unsere Rechtsprechung und das mit dem Impressum trifft den Nagel auf den Kopf 🙁

    Insofern .. zucke ich nur noch mit den Schultern. Wer heute nichts über sich preis geben will, muss einen ziemlich großen Aufwand treiben, mir ist das zu anstrengend, ich hoffe einfach, in der Menge unterzugehen .. so interessant bin ich gott sei dank ja nicht

    • Da kann ich dir nur zustimmen. Aber bei mir gibt es auch nicht allzuviel preiszugeben. Bei Kindern und Jugendlichen, denke ich, ist die „Gefahr“ noch mal deutlich größer.

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