Rezension: „Weiß wie Schnee,Rot wie Blut, Grün vor Neid“

„Weiß wie Schnee,Rot wie Blut, Grün vor Neid“
Gabriella Engelmann
Kindle Edition [klick], ASIN: B00BBOWN7M, € 9,99
Taschenbuch [klick], ISBN: 978-3401067704, € 9,99
261 Seiten
Verlag: Arena
Altersempfehlung: ab 14 – 15 Jahre

Die Autorin:
Gabriella Engelmann wurde 1966 in München geboren. Seit ihrem Umzug nach Hamburg fühlt sie sich im Norden pudelwohl und entdeckte dort auch ihre Freude am Schreiben. Nach Tätigkeiten als Buchhändlerin, Lektorin und Verlagsleiterin genießt sie die Freiheit des Autorendaseins von Romanen sowie Kinder – und Jugendbüchern. Gabriella Engelmann veröffentlicht ebenfalls unter dem Pseudonym Rebecca Fischer.
(Quelle: Amazon.de)
Die Webseite von Gabriella Engelmann findet ihr hier: www.gabriella-engelmann.de
Und bei Facebook könnt ihr sie hier finden: http://www.facebook.com/pages/Gabriella-Engelmann-Autorin/

Inhalt:
„Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid“  ist das Märchen von Schneewittchen übersetzt in die heutige Zeit und mit Märchenfiguren wie sie heute leben könnten.
So ist Sarah das moderne Schneewittchen wunderschön  „Haut, so weiß wie Schnee, Lippen, so rot wie Blut und Haare, so schwarz wie Ebenholz“ die meiste Zeit alleine mit ihrer bösen Stiefmutter, da ihr Vater beruflich sehr viel auf Reisen ist. Die böse Stiefmutter ist fürchterlich neidisch auf die natürliche Schönheit von Sarah und schreckt auch nicht dem einen oder anderen Mordversuch zurück, um die Konkurrenz in Sachen Schönheit – also Sarah – aus dem Weg zu räumen. Sarah flüchtet zu den „sieben Zwergen“.

Meine Meinung:
Schon lange habe ich so viel Gutes über die Märchenbücher von Gabriella Engelmann gehört und gelesen und genauso lange schon wollte ich diese Bücher lesen. Nachdem nun sie alle fünf seit einiger Zeit in meinem SuB gelegen haben, konnte ich jetzt endlich meinen persönlichen Gabriella-Engelmann-Märchenbuch-Lesemarathon starten. J
Und so viel schon mal vorne weg: meine hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht!
Gleich zu Beginn überrascht mich ein ausführliches Personenregister. Generell sind ja Personenregister, wenn überhaupt vorhanden, am Ende eines Buches zu finden. Da ich aber grundsätzlich nie zuerst hinten in ein Buch reinschaue, habe ich mich schon so manches mal am Ende eines Buches gedacht „Na toll, jetzt brauch‘ ich das auch nicht mehr, jetzt kenne ich ja schon alle.“ Deshalb habe ich mich richtig gefreut, dass es hier bereits am Anfang des Buches steht. Im übrigen musste ich bereits bei der Beschreibung der einzelnen Personen mächtig schmunzeln. Gabriella Engelmann stellt ihre Märchenfiguren mit viel Wortwitz vor. Auch die Namensgebungen und Beschreibungen finde ich sehr gelungen. So heißt z.B. die böse Stiefmutter „Bella Schönhuber“ (Bella = die Schöne und dann mit Nachnamen auch noch „Schön“huber) und war früher mal Tabledancerin. Einen besseren Namen kann es für diese Figur ja kaum noch geben, oder?
Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen, hat mich mehr als einmal zum Grinsen gebracht und ich denke er passt ganz hervorragend zur Zielgruppe und in die heutige Zeit.
Die Geschichte ist aus der Sicht von Sarah in Ich-Form erzählt, aber einige Kapitel sind aus der Sicht der bösen Stiefmutter erzählt, wobei diese dann nie beim Namen genannt wird sondern von „der Frau“ in der dritten Person gesprochen wird. Das hebt diese Kapitel deutlich hervor.
Ich war sehr gespannt, wie man denn überhaupt ein Märchen so umschreiben kann – zum Beispiel die sieben Zwerge. Aber die Idee, einfach sieben tolle, aber sehr verschiedene Kerle in eine WG zu stecken, ist richtig toll und ich wäre da sicher nie drauf gekommen (obwohl die sieben Zwerge ja früher auch nichts anderes waren). Auch die Erklärung, warum die Jungs sich selbst die „7 Zwerge“ nennen, finde ich super – aber das verrate ich euch natürlich nicht.
Insgesamt finde ich die Umsetzung total gelungen, denn selbst die Originalzitate aus dem alten Märchen wie z.B.

Zitat – Seite 54
Spieglein, Spieglein an der Wand.
Wer ist die Schönste im ganzen Land?

sind gut und flüssig in die Geschichte eingearbeitet.
Als Bonus gibt es am Ende des Buches noch die Rezepte von JamieTim, die sehr lecker klingen und zum nachkochen bzw. –backen einladen.
Ich habe diesen mörderischen Schneewittchenroman jedenfalls verschlungen, dabei viel geschmunzelt, viele „aha“-Effekte und Erinnerungen an meine Kindheit geweckt und ein paar schöne Lesestunden gehabt. Und ich freue mich nun noch mehr darüber, dass ich noch vier weitere moderne Märchen von Gabriella Engelmann hier liegen habe.

Mein Fazit:
Eine wirklich gelungene Umsetzung von Schneewittchens Geschichte ins Jahr 2011 – nicht nur, aber auch für Kinder und Jugendliche.

Meine Wertung:
5 von 5 Herzen

Hier noch die Links zu allen fünf modernen Märchen von Gabriella Engelmann, in der Reihenfolge wie sie erschienen sind.

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