Bloggeraktion: „Es wird keine Helden geben“

Das Buch „Es wird keine Helden geben“ von Anna Seidl wird am 20. Januar 2014 im Oetinger Verlag erscheinen. Ich durfte es im Rahmen einer großen Blogger-Aktion bereits vorab lesen.

Habt ihr meine Rezension zu diesem Buch schon gelesen? Nein? Hier ist sie [klick]. Lest sie bitte zuerst.

Und weil ich diesem Wahnsinns-Buch in meiner Rezension nicht wirklich gerecht werden kann, möchte ich euch heute noch etwas mehr über dieses Buch und meine Gedanken dazu erzählen. Erstens: damit ihr euch selbst von dem unglaublich authentischen Schreibstil der unfassbar jungen Autorin (sie war 16 als sie dieses Buch geschrieben hat!!!) überzeugen könnt. Und zweitens: damit ihr versteht warum mich dieses Buch so enorm fesselt und wie nachhaltig es auch noch Tage, wenn nicht sogar Wochen nach dem Lesen wirkt und beschäftigt. Ich bin absolut überzeugt, dieses Buch kann wirklich jeden Menschen, der auch nur einen Funken Gefühl im Leib hat, in seinen Bann ziehen und vielleicht sogar bei dem einen oder anderen eine klitzekleine Veränderung bewirken. Eine klitzekleine Veränderung, die ganz große Wirkung haben kann.
Wie oft haben wir alle schon den Satz gehört „Das Leben geht weiter“, egal ob wir durch eine Prüfung gerasselt sind, einen Job verloren, oder ob wir einen geliebten Menschen verloren haben. Immer wieder hört man: „Das Leben geht weiter“. Aber wie geht das Leben für ein 15jähriges Mädchen weiter, das gerade seine erste große Liebe entdeckt hat? Ein Mädchen, das gerade Zeuge eines Amoklaufs wurde. Ein Mädchen, das gesehen hat wie Mitschüler erschossen werden, darunter der eigene Freund. Die erste große Liebe. Und sie selbst überlebt! Wie bitte schön soll das Leben für Miriam weitergehen? Und immer die Frage nach dem „Warum?“. Und die Frage „Wer ist schuld?“
Aber das ist bei weitem nicht alles …

… gestolpert bin ich auch und vielleicht sogar besonders über diese Stellen:

Matias‘ Amoklauf wurde gerade gestoppt und Miriam verlässt das Schulgebäude, um den Sanitätern, die ihren Freund raustragen, zu folgen.

Zitat – Seite 19
Ich will ihnen folgen und – pralle zurück.
Es ist schrecklich. So etwas habe ich nicht erwartet. Journalisten, so viele Journalisten, mit ihren Mikrofonen und Kameras. Sie filmen uns! Filmen uns, als wäre es einer von diesen bescheuerten Blockbustern, die im Fernsehen laufen.
Fassungslos bleibe ich stehen. Dann renne ich zu dem Krankenwagen, in den sie Tobi schieben. Ich bin schon fast da, als ein Reporter mich aufhält. „Hey, Kleine! Erzählst du mir, was da drinnen passiert ist? … Hey, warte mal!“

Pressefreiheit und das „Recht auf Information“ in allen Ehren. Aber ist das nicht viel mehr die pure Sensationslust? Wo ist hier die Menschlichkeit geblieben? Mir stockt immer noch der Atem und der Reporter ist einfach nur „plump“ und „neugierig“? Ich befürchte, auch das ist ein Teil grausame Realität. Und das geht auch noch weiter, denn selbstverständlich ist die gesammelte Presse auch bei der Trauerfeier dabei. Was haben die da zu suchen? Trauern die etwa auch? Oder sind sie wieder nur dabei die Sensationslust der Menschheit zu befriedigen? Oder vielleicht sogar Profilierungssucht der Politiker? Ist es wirklich echte Anteilnahme, wenn ein Politiker auf einer solchen Veranstaltung erscheint und eine Rede darüber hält, wie betroffen er über das Geschehene ist? Und wie hilft dieser Auftritt den Betroffenen tatsächlich weiter?

Zitat – Seite 63 (auf der Trauerfeier in der Kirche – Gedanken von Miriam)
Er geht nach vorn an die Kanzel und beginnt zu sprechen. Noch eine Rede, die nichts ändern wird. Am Ende geht es dabei ja nur darum, in der Öffentlichkeit einen guten Eindruck zu machen. Wie es uns dabei geht, interessiert doch eigentlich gar keinen. Keiner fragt, ob es uns stören könnte, dass unsere Trauerfeier gefilmt wird. So sind die Menschen eben. Sie interessieren sich am meisten für sich selbst.“

Das möchte ich jetzt einfach mal unkommentiert wirken lassen!

Ich könnte euch hier noch viel, viel mehr zitieren. Mein Buch ist voll von Markierungen und trotzdem möchte ich an dieser Stelle innehalten und erst mal gelesenes wirken lassen.

Die beiden Zitate zeigen was eigentlich nicht in Worte zu fassen ist und es sind nur zwei kurze Absätze. Aber dieses Buch besteht aus 256 Seiten, die nachhaltig wirken!

Im Rahmen dieser Aktion haben sich viele Blogger Gedanken um die Thematik Amoklauf, Liebe, Freundschaft, Trauer und noch so einiges mehr gemacht. Seit Beginn dieser Woche könnt ihr auf etlichen Blogs darüber lesen und vielleicht auch mitdiskutieren.
Hier findet ihr ein paar davon, aber meine Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Abschließend möchte ich euch noch mal kurz auf die Leserunde aufmerksam machen. Der Verlag stellt 20 Bücher zur Verfügung. Die Frist läuft bis zum 9. Januar 2014. Bewerben könnt ihr euch also nur noch heute und zwar hier [klick].

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3 Gedanken zu „Bloggeraktion: „Es wird keine Helden geben“

  1. Über die Stelle mit den Presseleuten bin ich erstaunlicher Weise auch „gestolpert“. Ich fand sie grauenvoll real. Man sieht hier sehr gut dass nicht nur „sex sells“, sondern die Zuschauer, -hörer und Leser wollen „gefüttert“ werden. Nur wer als Journalist die beste Story liefert überlebt langfristig. Traurig… aber irgendwie sind wir daran alle mit schuld….
    Viele Grüße
    Tanja

  2. Hallo Beate,

    Pressefreitheit?! Ich finde sie sehr wichtig. Man muss die Möglichkeit haben seine Meinung frei äußern zu können. Sensationsgier aber nicht!
    Ja ich will eine gute Story lesen und die fängt schon bei der Überschrift an! Ist die uninteressant, liest man oft nicht weiter.
    Wenn Menschen unter der Pressefreiheiten leiden, wie zum Beispiel aktuell die Ehefrau Michael Schuhmacher, da hört Pressefreitheit für mich definitiv auf!
    Ich glaube, da können wir noch stundenlang diskutieren, das ist ein Endlosthema. Wo fängt es an und wo hört es auf?
    Na vielleicht können wir das Gespräch mal persönlich fortsetzen oder du schreibst mir mal ausfühlich deine Meinung. Die würde mich nämlich auch interessieren.

    So und nun heißt es mal Daumen drücken.

    Liebe Grüße
    Carmen.

  3. Pingback: Blogger nah am Thema! Aktion " Es wird keine Helden geben" - Kasas Buchfinder

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