Rezension: „Was vor dir noch keiner sah“

Was vor dir noch keiner sah
„Was vor dir noch keiner sah“
Susanna Ernst
Kindle Edition [klick], ASIN: B016NGO9FQ, € 6,99
-derzeit nur als eBook verfügbar-
238 Seiten
Verlag: Ravensburger Buchverlag
erschienen: Januar 2016

Die Autorin:
Susanna Ernst wurde 1980 in Bonn geboren und schreibt schon seit ihrer Grundschulzeit Geschichten. Sie leitet seit ihrem sechzehnten Lebensjahr eine eigene Musicalgruppe, führt bei den Stücken Regie und gibt Schauspielunterricht. Außerdem zeichnet die gelernte Bankkauffrau und zweifache Mutter gerne Portraits, malt und gestaltet Bühnenbilder für Theaterveranstaltungen. Das Schreiben ist jedoch ihre Lieblingsbeschäftigung für stille Stunden, wenn sie ihren Gedanken und Ideen freien Lauf lassen will. Ihr Credo: Schreiben befreit!  (Quelle: Amazon.de)
Autorenseite: http://www.susanna-ernst.com
FB-Fanpage: https://www.facebook.com/Blessedfuerdichwillichleben

Inhalt:
Der sechzehnjährige Leo zieht mit seiner Familie (zwei Brüder und eine kleine Schwester) um. Dass er dafür die Schule wechseln muss ist für ihn ein echter Grund zur Freude, denn in seiner alten Schule hatte er ziemliche Probleme.
Am ersten Tag in der neuen Schule trifft er auf Marie. Marie, die ihn vom ersten Augenblick an fasziniert. Marie, die Streberin. Marie, die sich seltsam kleidet. Marie, die bei den anderen Mitschülern nicht gerade beliebt ist und die alle Anfeindungen offensichtlich an sich abprallen lässt.

Meine Meinung:
Endlich wieder ein Buch von Susanna Ernst. Wer mich kennt weiß: ich bin ein absoluter Fan von dieser Autorin. Mit „Was vor dir noch keiner sah“ hat sie ihr zweites Jugendbuch veröffentlicht und wer Susanna Ernst kennt, der weiß auch, dass ihre Bücher immer geprägt sind von Liebe, Gefühl, Humor und einem tiefgehenden Thema.
Das hat sie auch hier, in diesem Jugendbuch, wieder ganz hervorragend zu einer wundervollen Geschichte verwebt. Ihre Sprache ist dem Genre angepasst, etwas leichter als üblich, aber immer noch geprägt von ihrem ganz persönlichen Schreibstil. Ich liebe es wenn sie mich mit Sätzen wie diesem

Zitat aus Kapitel 26:
„Leserlich, jaja! Die Buchstaben sahen aus, als hätte ich sie auf einer Waschmaschine geschrieben, bei laufendem Schleudergang.“

zum Lachen bringt. Und ja, immer wenn ich solche Sätze von ihr lese, dann sehe ich das sehr, sehr deutlich vor mir.
Genau so wie sie mich zum Lachen bringt, bringt sie mich zum Grübeln, Bangen und Hoffen. Mehr kann man sich von einem wirklich guten Buch doch gar nicht wünschen, oder?
Dieses Buch ist kapitelweise abwechselnd aus der Sicht von Marie und von Leo geschrieben. Die Perspektiven sind auch optisch gut getrennt. An jedem Kapitelanfang, sind für Maries Kapitel die Silhouette eines Mädchenkopfes und für Leos Kapitel die eines Jungenkopfes abgebildet.
Beide Charaktere sind toll ausgearbeitet. Der Leser erfährt relativ schnell welches ganz große Geheimnis die beiden mit sich herumschleppen und kann sich dadurch recht gut in die Marie und Leo hineinversetzen. Beides sind sehr starke Persönlichkeiten, auch wenn es bei Leo eine Weile dauert, bis er das wirklich begreift. Marie kämpft gegen die Schatten ihrer Vergangenheit an. Für ihre kleine Schwester Lilly tut sie alles – ihre eigenen Bedürfnisse vergräbt sie ganz tief in sich. Sie hat ein Ziel vor Augen, von dem sie sich nicht abbringen lässt, egal was passiert.
Nicht einfach für die beiden, die zarte Liebe, die sich zwischen ihnen entwickelt richtig zu begreifen und damit umzugehen.
Mit den eigentlichen Nebencharakteren in dem Buch, wie den Familien von Leo und Marie, gibt Susanna Ernst der Geschichte noch einmal mehr Tiefe. Denn diese Nebencharaktere sind alles andere als nebensächlich. Die Familie von Leo finde ich richtig toll, besonders Anton und „Crash“ haben es mir da angetan. Über Anton habe ich mehr als einmal laut lachen müssen. Und eine Szene mit ihm wird mir so schnell nicht aus dem Kopf gehen. Ich sage nur „Anruf beim Radio“ 🙂
Julia und Johannes sind ganz wunderbare Menschen, von denen die Welt noch viel mehr brauchen könnte.
Mein erklärter Lieblingsprotagonist ist aber „Whiskey“, der in dem Buch zwar tatsächlich nur eine Nebenrolle spielt, aber sein Namensgeber hat eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben. An dieser Stelle: Danke, liebe Susanna. Du weißt wofür!

Mein Fazit:
Allen Susanna Ernst Fans muss ich dieses Buch nicht empfehlen, die werden es sowieso lesen. Allen anderen, kann ich es wirklich nur ans Herz legen. Ein Buch für jung und alt, für Schüler, für Lehrer, für Eltern. Kurz gesagt für Jeden!
Übrigens: auch für alle, die zunächst mit dem Titel nichts anfangen können – spätestens auf der letzten Seite, werdet ihr wissen warum es keinen besseren Titel geben könnte.

Meine Wertung:
5 von 5 Herzen

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2 Gedanken zu „Rezension: „Was vor dir noch keiner sah“

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