Rezension: „Rabenblut drängt“

“Rabenblut drängt“
Nikola Hotel

Kindle Edition [klick], ASIN: B008CQYYQK
Preis: € 4,99
derzeit nur als eBook verfügbar
Seiten: 359

Die Autorin:
Nikola Hotel wurde 1978 in Bonn geboren. Schon als Kind wurde sie von ihrer Familie literarisch verdorben. In ihrem reinen Frauenhaushalt lief jeder mit einem Buch vor der Nase durchs Haus. Es wurde beim Essen gelesen, beim Fernsehen, im Bett, sogar auf dem Klo. Und der größte Kampf entwickelte sich um Bücher von Jane Austen, Georgette Heyer oder Madeleine Brent. Daraus gelernt hat sie:
Das Wichtigste an einer Geschichte ist die Liebe. Die Liebe, und dass man ab und zu beim Lesen heulen oder laut herausprusten kann; bevorzugt in der U-Bahn oder im Wartezimmer vom Zahnarzt.
Heute lebt die gelernte Krankenschwester mit ihrem Mann und drei Söhnen in Hennef an der Grenze zum Westerwald. Hinter ihrem Haus wohnt ein treues Rabenpärchen, das sie vom Schreibtisch aus jeden Tag beobachten kann und das sie sehr inspiriert. Neben dem Schreiben gehört ihre ganze Leidenschaft der Musik von Rachmaninov. (Quelle: http://www.nikolahotel.com/)

Inhalt:
Isa, ist eine junge Studentin arbeitet als Praktikantin bei einem Forschungsprojekt in den tschechischen Wäldern. Zusammen mit ihrem Arbeitgeber Marek und seiner Frau Lara wohnt und arbeitet sie unweit von Prag, in einem Nationalpark. Eines ganz frühen und sehr kalten Morgens werden sie von einem Schafhirten darüber informiert, dass ein wildernder Hund ein Lamm gerissen hat. Als sie dort ankommen und den Spuren nachgehen, finden sie einen schwer verletzten nackten Mann, der einen toten Raben in seinen Händen hält.

Meine Meinung:
Mit „Rabenblut drängt“ habe ich ein Buch über Gestaltswandler gelesen, das völlig anders aufgebaut ist, als alle Bücher, die ich bisher in diesem Bereich gelesen habe. Und es hat mir sehr gefallen. Ich mag hier nicht zu viel verraten, deshalb kann ich auch nicht wirklich beschreiben was daran so anders ist. Ich schätze, das solltet ihr selbst herausfinden.
Isa, ist eine ganz normale, junge Frau. Na ja fast ganz normal. Denn Shopping, Schuhe und alles andere was den meisten jungen Frauen Lebenselixier ist, sind nicht so ihr Ding. Dafür liebt sie den Wald und die Natur. Sie ist eine Frau, ganz nach meinem Geschmack: sehr direkt und echt. Ich mag sie sehr und in einigen ihrer Vorlieben und Abneigungen sind wir uns ganz ähnlich.
Alexej, ist alles andere als der typische „Held“, in den sich jede Protagonistin direkt verlieben würde. Er ist schüchtern bis scheu, mag so gut wie gar nichts von sich erzählen. Er ist ein junger Mann, der nichts hat, sich aber zeitweise sehr hochgestochen ausdrückt. Oft ist er mehr als abweisend zu Isa.
Auch die anderen Figuren sind toll herausgearbeitet. Ich mag alle, bis auf einen. Besonders angesprochen hat mich Jaro. Er „keckert“ so lustig und ist so richtig frech-fröhlich. Und den General, den finde ich auch klasse! Alle Figuren sind so toll beschrieben, dass ich mir niemanden erst vorstellen muss. Mein Kopfkino läuft direkt los. Besonders wenn Alexej am Flügel sitzt. Ich kann es sehen und hören und das obwohl klassische Musik eigentlich nicht meins ist.
Das Buch wird von den beiden Hauptprotagonisten erzählt. Und zwar abwechselnd. Also mal erzählt Alexej und mal Isa in der „Ichform“.  Ganz zu Anfang fand ich das etwas verwirrend, bis ich es richtig begriffen habe. Der Erzähler wechselt mit jedem neuen Kapitel und einige Teile der Story werden sogar einmal von Alexej und einmal von Isa erzählt. Aber das macht das Buch nicht langweilig. Im Gegenteil: man erliest sich beide Sichtweisen und kann beide Protagonisten noch viel besser verstehen und sich in sie hinein denken und fühlen.
Die Autorin bedient sich nicht unbedingt einer ganz „jungen“ Sprache, aber die Sprache passt sehr gut  in die Gegend und in diese Story. Ab und an streut sie mal ein paar „junge“ Absätze ein, wie z.B.: „… zahlreiche Spuren von keksartiger Fremdeinwirkung …“ , über die ich dann doch sehr schmunzeln muss und die genau an der Stelle, an der sie zu finden sind, absolut passend sind.
Die Geschichte selbst ist sehr vielfältig. Sie erzählt von der Liebe, von Freundschaft, von Enteignung des alten Adelsgeschlechts, von einem großen Geheimnis und von Rache. Die Geschichte gefällt mir gut, allerdings habe ich für meinen Geschmack ein bisschen zu lange auf den „unbekannten Feind“ gewartet, der im Klappentext angekündigt war. Dieser Handlungsstrang hätte meiner Meinung ruhig noch ein bisschen intensiver ausgebaut sein können. Auch fehlt mir so ein bisschen die Aufklärung darüber, wer der Handlanger des Drahtziehers ist (Die Autorin wird wissen, wen ich hier meine). Das Buch selbst würde ich jetzt nicht unbedingt als „spannend“ im herkömmlichen Sinne nennen. Trotzdem hat es mich gefesselt, und ich wollte nicht aufhören zu lesen, sondern unbedingt wissen wie es weitergeht.  Das Buch ist in sich abgeschlossen und trotzdem bin ich sicher, das muss noch weitergehen. Da bleibt auf jeden Fall noch genug Stoff für eine Fortsetzung. Ich will jedenfalls wissen aus dem „Jungen“ geworden ist.

Mein Fazit:
Ein absolut gelungenes Debüt! Mir hat es gut gefallen und ich bin gespannt was ich demnächst noch von der Autorin lesen werde.

Meine Wertung:
4 von 5 Herzen

Außerdem möchte ich gerne noch auf die Homepage von Nikola Hotel hinweisen [hier klicken]. Ich finde sie sehr informativ und alleine die Fotos der Autorin, find ich klasse. Aber ihr könnt dort auch noch eine Leseprobe, einen Buchtrailer und viel Hintergrundinformationen zu „Rabenblut drängt“ finden.

Liebe Nikola, vielen Dank! Ich habe eine schöne Zeit mit Alexej und Isa verbracht!

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5 Gedanken zu „Rezension: „Rabenblut drängt“

  1. Ich lach mich grad tot .. Du glaubst kaum, wie ähnlich wir uns wieder sind, was die Vorlieben und Abneigungen hier betrifft .. ich hab so ähnlich empfunden … mit Jargo, mit Kopfkino, mit den Kapiteln, .. mit ungewöhnlich ..und und und. Meine Rezi ist ja schon fertig, nur nicht veröffentlicht, ob ich Dir den Text mal zeigen soll *schmunzel*

    .. und übrigens .. auch die Punkte sind gleich *lach*

  2. Liebe Beate,

    ich freue mich sehr, dass Du mit meinem Schwarm eine schöne Zeit hattest.
    Vielen Dank für diesen Einblick in Dein Leseempfinden. Ich hoffe, dass der Nachfolgeband einige Deiner Fragen klären wird. Ein wenig musste ich mir ja noch verwahren.:)

    Herzliche Grüße♥
    Nikola Hotel

  3. Pingback: [Rezension] Rabenblut drängt – Nikola Hotel | Buchbahnhof

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