Rezension: “Verlust und Erfüllung – Ein Bild vom alten Gringo”

„Verlust und Erfüllung – Ein Bild vom alten Gringo“
Tilmann Weysser

Kindle Edition [klick], ASIN: B007MRZW2K
Taschenbuch [klick], ISBN-10: 1471752429
ISBN-13: 978-1471752421
Seiten: 400
Verlag: lulu.com (22. Juni 2012)

Vielen Dank an Tilmann Weysser für die Überlassung dieses Buches.

Der Autor:
Über den Autor konnte ich nicht viel finden. Hier geht es zu seiner Webseite: [klick]

Klappentext:
Ein alter Koffer, ungeöffnete Briefe – ein unspektakulärer Zufallsfund auf einem staubigen Speicher. Aber wer sind Anna und Georg, wessen Intrige hat sie vor Jahrzehnten getrennt, warum ging Anna nach Argentinien, mit wem, und was hat Georg zurück in den Krieg geführt?
Während Eva, die Urenkelin des Industriellen Wilhelm Bornwart, sich auf die Suche nach Antworten macht, steigt in New York jemand ins Flugzeug, der seit sehr langer Zeit auf der Suche nach einem ganz bestimmten alten Koffer ist.

Meine Meinung:
Dieses Mal habe ich mich von dem Klappentext eines Buches ziemlich in die Irre führen lassen. Dachte ich doch, dass es in erster Linie um den alten Koffer und die ungeöffneten Briefe geht. Auch wer Anna und Georg sind, ist sehr schnell klar. Und die Frage um die Intrige ist kein grosses Geheimnis. Im Gegenteil, die Antwort darauf ist eigentlich schon gegeben, bevor die Intrige überhaupt stattfindet.
Das Buch spielt in mehreren Zeiten: in der Gegenwart (1985) und in der Zeit rund um den zweiten Weltkrieg.
In der Gegenwart findet eine Gruppe von fünf  Jugendlichen, beim ausräumen von Omas Villa, einen alten Koffer auf dem Speicher. Zwei der Jugendlichen begeben sich dann auf die Suche nach dem Empfänger der darin enthaltenen Briefen.
In der Vergangenheit  geht es um die Machenschaften der Hitlergetreuen im zweiten Weltkrieg.
Jedes Kapitel wird in einer neuen Zeit erzählt. Der Prolog in 1945, das erste Kapitel in 1985, das zweite Kapitel in 1935, das dritte in 1985, das vierte in 1944 und so geht das immer wieder hin und her. In den Kapiteln von 1985 gibt es noch eine zusammenhängende Geschichte, aber in der Vergangenheit tauchen immer wieder einzelne Bruchstücke und immer wieder neue Figuren auf. Es fällt mir schwer die alle richtig einzuordnen und die Zusammenhänge zu sortieren. Ich lese jede Menge Dialoge sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart – aber fesseln können die mich nicht. In der Gegenwart wird teilweise eine, für mein Empfinden, harte Sprache benutzt, was mir die Jugendlichen nicht wirklich sympathisch macht. Hitlers Anhänger waren mir sowieso noch nie sympathisch, das müssen sie ja auch nicht sein. Aber selbst „Anna“ kommt in meinen Augen nicht wirklich angenehm rüber. Dann kommen auch noch Nachkriegsgeschichten vom geteilten Deutschland hinzu. Insgesamt, entweder zu viele Themen für die 400 Seiten oder aber viel zu viel nichtsagende Dialoge.
Auch der Titel des Buches ist für mich nicht wirklich überzeugend. Die Aussage „Verlust“ kann ich noch nachvollziehen, aber „Erfüllung“? Die habe ich in dem Buch nicht gefunden. Und das „alte Bild vom Gringo“ erklärt sich in nur einem einzigen Satz.
Zu allem Überfluss kamen dann auch noch etliche Rechtschreib- und/oder Tippfehler hinzu. Normal bin ich da nicht so empfindlich, aber da ich mich beim Lesen dieses Buches wirklich sehr konzentrieren musste, sind mir diese natürlich auch immer wieder ins Auge gesprungen.
Am Ende des Buches ist dann zwar klar, wie die Protagonisten aus der Vergangenheit miteinander zusammenhängen und wie die Fäden des Buches zusammenlaufen. Aber einige Teile sind derart übertrieben, dass ich sie noch nicht mal dieser furchtbaren Zeit und Geschichte glauben kann.
Wirklich übel nehme ich dem Autor aber den letzten Satz:

„Zitternd legte sie die Hand auf die Türklinke.“

Da endet das Buch mit einem Cliffhanger? Ich finde, nach 400 Seiten hätte ich aber wenigstens ein ordentliches Ende verdient!

Mein Fazit:
Mich konnte dieses Buch nicht überzeugen.

Meine Wertung:
2 von 5 Herzen

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